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Klimaschutzplan

Der Weg zur Erreichung der Klimaschutzziele

Als erste Stadt Österreichs hat Graz einen detaillierten Maßnahmenkatalog für das Haus Graz erstellt. Das Ziel ist, dass die Stadtverwaltung und die städtischen Unternehmen bis zum Jahr 2030 klimaneutral werden.

Strategien für mehr Klimaschutz

Nach dem einstimmigen Gemeinderatsbeschluss zum Klimaschutzplan im März 2022 wurde in intensiver Zusammenarbeit vieler Mitarbeiter:innen der Stadt Graz der erste Fortschrittsbericht erarbeitet. Dieser umfasst einen detaillierten Aktionsplan um die CO2-Emissionen im Haus Graz zu reduzieren und beschreibt den Weg zur Erreichung der Klimaziele der Stadt Graz. Damit soll eine lebenswerte und menschengerechte Stadt auch in Zukunft sichergestellt werden.

KLIMAWANDEL

KLIMASCHUTZ

Klimaschutz ABC für Graz

Das Klima verändert sich weltweit und die Folgen sind auch in Graz spürbar. Wir müssen unserer Verantwortung nachkommen und unseren Beitrag leisten, indem wir unsere Treibhausgas-Emissionen deutlich reduzieren.

Die Stadt Graz beschäftigt sich seit vielen Jahren aktiv mit Klimaschutz-Themen und hat im Haus Graz (Stadtverwaltung, Holding und alle Beteiligungen) dazu einen strukturierten Prozess gestartet. Als erster wesentlicher Meilenstein wurde der Grazer Klimaschutzplan vom Umweltamt und von der Stadtbaudirektion mit Unterstützung der Grazer Energieagentur erstellt. Der Plan wurde am 24. März 2022 im Grazer Gemeinderat vorgestellt und von allen Fraktionen angenommen.

Das Ziel für die Stadt: Machen wir Graz bis 2040 klimaneutral

Das bedeutet, dass die Treibhausgas-Emissionen im Stadtgebiet mit voller Kraft reduziert werden müssen und dafür jeder Beitrag zählt. Die nicht vermeidbaren Emissionen werden durch klimafreundliche Maßnahmen kompensiert. Das Haus Graz verursacht rund 3 % der Emissionen im Grazer Stadtgebiet. Das Ziel ist, eine Vorreiterrolle einzunehmen und die Emissionen bis 2030 weitgehend zu reduzieren.  

Mit dem Grazer Klimaschutzplan-Prozesswerden:

  • Emissionen reduziert
  • Hohe Lebensqualität erhalten bleiben
  • Miteinander gestärkt
  • Eigenversorgung gefördert

Gesamtemissionen Stadtgebiet und Haus Graz
Gesamtemissionen Stadtgebiet und Haus Graz© Stadtbaudirektion

SCHRITT 1: Erstellung einer Eröffnungsbilanz: Ausgangssituation und Reduktionsziele 

Im ersten Teil des Klimaschutzplans aus 2022 wurden neben der Eröffnungsbilanz konkrete Klimaschutzziele definiert, bestehende Maßnahmen gesammelt und eine Potenzialanalyse in den Themenfeldern Mobilität, Energie, Gebäude und Wirtschaft erstellt.

Die Ergebnisse zeigen, dass in Summe im Stadtgebiet Graz ca. 1,52 Mio. t CO2eq/Jahr ausgestoßen werden; die konsumbasierte Bilanzierung ergibt ca. 3,88 Mio. t CO2eq an Treibhausgasemissionen/Jahr. Betrachtet man die Emissionen pro Kopf und für die konsumbasierte Bilanzierung, so entfallen rund 14 t CO2eq pro Einwohner:in/Jahr.

Unter Berücksichtigung der Emissionen aus dem österreichischen Strommix repräsentiert das Haus Graz mit etwa 3 % einen verhältnismäßig kleinen Anteil an den Gesamtemissionen in Graz. Hauptsächlich entstehen die Emissionen in den Bereichen Industrie und Gewerbe mit ca. 40 %, Haushalte mit ca. 30 % und Verkehr mit ca. 20 %.

SCHRITT 2: Entwicklung iterativer Aktionspläne mit konkreten Maßnahmen

Der zweite Schritt beinhaltet die Ausarbeitung von Aktionsplänen und konkreten Maßnahmen in drei Teilbereichen:

Teil A:   FOKUS auf HAUS GRAZ

Die Ausarbeitung der erforderlichen Maßnahmen für das Haus Graz erfolgte durch einen partizipativen Ansatz: Die einzelnen Abteilungen und Organisationseinheiten formulierten mit ihrer fachlichen und technischen Kompetenz in enger Abstimmung mit der Klimaschutzarbeitsgruppe die notwendigen Maßnahmen. Sie meldeten Zeitpläne mit Meilensteinen und eine Ressourcenschätzung sowie wie eine Nutzen-Analyse.

Der erste Fortschrittsbericht 2023 berichtet schwerpunktmäßig die Maßnahmen zum Klimaschutz aus dem Haus Graz.

Teil B:   FOKUS Auf STRUKTUREN für ein klimafreundliches Leben in Graz

Dieser Teil B fokussiert auf Maßnahmen, die das Haus Graz unmittelbar setzen bzw. unterstützen kann, um das Stadtgebiet bis 2040 in Richtung Klimaneutralität umzugestalten. Dazu zählt z.B. der Ausbau und die weitere Attraktivierung des Öffentlichen Verkehrs, zielgerichtete Förderungen, planerische Vorgaben und Ausbau des Fernwärmenetzes. Ähnlich zur Vorgehensweise in Teil A wird auch hier die Rollenumkehr angewendet. Dieser Teil ist aktuell in Ausarbeitung (Stand Frühjahr 2024).

TEIL C:

Die Klimabilanz für das gesamte Stadtgebiet wird sehr stark von den Lebens- und Konsumgewohnheiten der Bewohner:innen geprägt. Um im Stadtgebiet bis 2040 Klimaneutralität zu erreichen, braucht es daher auch Maßnahmen, die vorwiegend von privaten Haushalten und von Unternehmen umgesetzt werden.

Neben den Hausaufgaben im Haus Graz (Teil A und B) will die Stadt durch den „Klima-Pakt für Graz #Bindabei" Bürger:innen und Stakeholder:innen einladen, sich aktiv für ein lebenswertes Graz einzubringen. Der Klima-Pakt wird Angebote und Services für unterschiedliche Zielgruppen enthalten und ist aktuell in Ausarbeitung (Stand Frühjahr 2024).

SCHRITT 3: Start des kontinuierlichen Umsetzungsprozesses der Maßnahmen sowie ein laufendes Monitoring

Der Umsetzungsprozess umfasst sowohl die Umsetzung der erforderlichen Maßnahmen als auch ein laufendes Monitoring der Zielerreichung (Wirkungsanalysen) und die daraus resultierenden Zwischenbilanzlegungen bis zur vollständigen Zielerreichung. Der Umsetzungsprozess basiert dabei auf den beschriebenen fachlichen Grundlagen der Eröffnungsbilanz sowie den iterativ erarbeiteten Aktionsplänen. Fortschrittsberichte werden jährlich erstellt.

Energieverbrauch der Grazer:innen
Energieverbrauch der Grazer:innen© achtzigzehn

KLIMAWANDELANPASSUNG

Um dem Klimawandel erfolgreich zu begegnen braucht es sowohl Maßnahmen zum Klimaschutz als auch Maßnahmen zur Klimawandelanpassung. Unter Klimaschutz versteht man alle Maßnahmen, die dazu beitragen Treibhausgasemissionen, wie Kohlendioxid, Methan etc. zu reduzieren. Dies sind z.B. Energiegewinnung aus der Sonne, Wind und Wasser, Schadstoffausstöße durch Autofahren und Flugreisen reduzieren, regionale und saisonale Lebensmittel bevorzugen etc. Um die unvermeidbaren Auswirkungen des bereits spürbaren Klimawandels abzumildern und zu bewältigen, braucht es zusätzlich Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel. Diese sind z.B. Begrünungsmaßnahmen, Gebäudedämmungen, Schattenspender etc. 

Zur Anpassung an den Klimawandel hat die Stadt Graz einen Leitfaden mit möglichen Maßnahmen entwickelt. Mehr Infos zur Klimawandelanpassung finden Sie auf der Website vom Umweltamt Graz.